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Fleisch, Milch und Eier stammen häufig von kranken Tieren – auch Bioprodukte

Von Lucy

Oktober 13, 2016

Jede zweite Henne hat Würmer, jedes dritte Schwein ist todkrank, Kühe geben oft Milch aus entzündeten Eutern. Das ist das Ergebnis einer Studienauswertung der Verbraucherorganisation Foodwatch. Beim Einkauf sei dies nicht zu erkennen, die Produkte kranker Tiere würden regelmäßig als „gesunde“ Lebensmittel angeboten. Bioprodukte machten da keine Ausnahme.

Die von Foodwatch zusammengetragenen Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien im Detail:

  • Jede zweite Milchkuh ist einmal im Jahr krank: Viele Kühe lahmen oder haben Fruchtbarkeits- und Stoffwechselstörungen. Jeder zehnte Liter Milch stammt von einer Kuh mit entzündetem Euter.
  • Jedes zweite Schwein leidet an haltungsbedingten Krankheiten: Besonders häufig sind den Studien zufolge schmerzhafte Gelenkerkrankungen und Organveränderungen.
  • Jedes vierte Hähnchen war vorher ein kranker Hahn. Alleine 150 Mio Masthühner pro Jahr haben starke Schmerzen beim Gehen.
  • 4 von 10 Eiern wurden von einer Henne mit Knochenbrüchen gelegt.
  • 55% der Legehennen sind von Würmern befallen. Viele Tiere haben kahle Stellen im Gefieder, jedes fünfte Huhn wurde von Artgenossen verletzt.

Zusammenfassend könne man davon ausgehen, dass jedes vierte Tierprodukt von einem kranken Tier stammt, so Foodwatch. Beim Einkauf sei dies nicht zu erkennen, die Produkte kranker Tiere werden regelmäßig als „gesunde“ Lebensmittel angeboten.

Bioprodukte sind ebenso betroffen

Auch Öko-Haltung ist laut Foodwatch keine Garantie für gesunde Tiere:

  • Der Danish Agriculture and Food Coucil stellte bei einer Überprüfung von 1,4 Mio Mastschweinen fest, dass 39% konventionell gezüchtete Tiere „pathologische Befunde“ aufwiesen und 37% der Tiere ökologisch zertifizierter Höfe ebenfalls.
  • Bei einer Langzeitstudie der Universität Kassel gab mehr als die Hälfte der Kühe aus Biobetrieben Milch aus entzündeten Eutern.

Buchtipp: Matthias Wolfschmidt: „Das Schweinesystem“

Die Untersuchungen hat Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Foodwatch-Geschäftsführer, in seinem Buch „Das Schweinesystem“ (S. Fischer) zusammengefasst. Sein Fazit: „Wenn es um Tierhaltung geht, wird fast nur über formale Kriterien wie Platzbedarf oder Ausgestaltung der Ställe gesprochen – das ist viel zu kurz gegriffen. Verschwiegen wird meist, dass ein Großteil der Nutztiere unter massiven Krankheitssymptomen leidet. Der allergrößte Teil könnte vermieden werden, aus Kostengründen passiert das aber nicht. Das Problem der Tiere besteht darin, dass sie auch mit teils massiven Erkrankungen noch ‚funktionieren‘, also Lebensmittel liefern.“

  • Matthias Wolfschmidt: Das Schweinesystem
  • ISBN: 978-3-10-002546-3
  • 18,00 Euro

Eine Leseprobe von „Das Schweinesystem“ findet ihr auf der Seite von S.Fischer.

Titelbild: RyanMcGure, CC0 Public Domain

Ich bin Journalistin, lebe seit acht Jahren vegan und beschäftige mich seitdem intensiv mit pflanzlicher Ernährung und bewusstem Konsum. Meine Mission: Ich möchte mehr Menschen für eine gesunde, vegane und vollwertige Ernährung und einen bewussten Lebensstil begeistern. Denn ich glaube, dass wir alle die Welt besser machen, wenn wir bewusst entscheiden, was wir essen, konsumieren und kaufen – und was nicht.


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